Milky Ways

Milky Ways

Joakim

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
ordentlich
gut
sehr gut

Wie kaum ein anderer verkörpert der Franzose Joakim Bouaziz den neuen Typus eines Musikers: mit Einflüssen aus allen möglichen und unmöglichen Stilrichtungen schafft er seinen eigenen Musikmix aus alt und neu. Auf seinem aktuellen Album "Milky Ways" tut er das weitgehend kompromisslos.

Es ist schon seit Jahren angesagt, die 80er oder Disco zu zitieren, sei es mit quietschbunten Klamotten oder alten Synthies aus der Zeit der unbegrenzten Geschmacklosigkeiten. Doch der ausgebildete Pianist Joakim geht auf seinem neuen Album weit darüber hinaus, hat in seiner Plattenkiste offenbar noch jede Menge Krautrock, Experimental Rock und Jazz gefunden, was er alles in einen großen Topf schüttet und einmal kräftig rumrührt.

Das Ergebnis des in großen Teilen live eingespielten Albums ist eher was für Hartgesottene, die diese wilde Kombination vertragen können. Denn was dabei herauskommt wenn man Amon Düül mit John Coltrane und Ed Banger kreuzt, ist teilweise schon sehr schwer verdaulich, nicht wirklich schön, kaum tanzbar und auch nicht unbedingt neu, in manchen Stücken einfach nur noch durchgeknallt.

Aber es ist die konsequente Weiterentwicklung dessen, was er mit seinem Label Tigersushi bereits vor zehn Jahren begann: Musik, die keine Geschichte mehr hat und in keine Schublade passt, die viel von ihren Hörern abverlangt, weil sie abseits aller Hauptstraßen und hübsch ausgeschmückten Seitenstraßen querfeldein ins Freie führt. Ob ihm die Fans dahin folgen werden?

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